Fonyala BaobabscTobias Kohl 1096

Fonyala-Wald

Herpetologische Bestandsaufnahme im Fon'ny Ala Dornenwald


Die Baobab-Bäume prägen die afrikanische Landschaft und bilden einen bedeutenden Bestandteil des endemischen Primärwaldes von Madagaskar. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 30 Metern, können einen Stammdurchmesser von sieben Metern aufweisen und ein Alter von bis zu 2000 Jahren erreichen. Seit 2007 stehen sie unter Naturschutz, doch ihr Fortbestand ist aufgrund von Umweltveränderungen zunehmend bedroht. Der Fonyala-Dornenwald im Südwesten Madagaskars stellt eines der letzten erhaltenen Gebiete dieses ursprünglichen Ökosystems dar. Baobab-Bäume sind an extreme klimatische Bedingungen angepasst. Ihr Wasser speicherndes Gewebe ermöglicht es ihnen, lange Trockenzeiten zu überstehen. Sie blühen hauptsächlich zwischen April und Mai und entwickeln große, runde Früchte, die an Brötchen erinnern. Aufgrund dieser Form tragen sie den Namen "Affenbrotbaum". Auf Madagaskar existieren sieben verschiedene Baobab-Arten, von denen sechs endemisch sind.


Der Baobab-Wald bietet einen wichtigen Lebensraum für diverse Tierarten. Zahlreiche endemische Vögel, darunter der Elstervanga (Artamella viridis), der Gelbkehl-Seidenkuckuck (Coua flavogularis), die Madagaskar-Höhlenweihe (Polyboroides radiatus), der Madagaskar-Kuckuck (Coua coquereli), der Madagaskar-Wiedehopf (Upupa marginata) und der Madagaskar-Weber (Ploceus nelicourvi), finden hier Nahrung und Nistplätze. Besonders auffällig ist die Langschwanz-Erdracke (Uratelornis chimaera), die fast ausschließlich in diesen Wäldern vorkommt. Neben Vögeln beherbergt der Lebensraum zahlreiche Reptilienarten wie Chamäleons, Geckos und Schlangen sowie verschiedene Lemurenarten.


Die Ökotourismus-Unternehmen Malagasya Travel und Diamir setzen sich aktiv für den Schutz des Fonyala-Waldes ein. Gemeinsam haben gezielt Flächen des Waldes erworben, um so den Bau eines Hotels zu verhindern. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Artenschutz werden auf diesen Gebieten wissenschaftliche Untersuchungen zur Herpetofauna durchgeführt, um die Artenvielfalt systematisch zu erfassen und den Lebensraum vieler Arten zu schützen.


Diese Initiative zeigt, dass lokaler Naturschutz und nachhaltiger Tourismus ineinandergreifen können. Besucher haben die Möglichkeit, an geführten Touren durch den Baobab-Wald teilzunehmen, um die einzigartige Flora und Fauna zu erleben und gleichzeitig zum Erhalt dieses Ökosystems beizutragen. Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass der Baobab-Wald auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.