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Goldkopflangur

critically endangered DE

Der Goldkopflangur (Trachypithecus poliocephalus) lebt ausschließlich auf dem Cat Ba Archipel in Vietnam. Ende 1999 wurde die Primatenart als die derzeit am stärksten bedrohte Primatenart eingestuft. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) klassifiziert die Art als „critically endangered“ (vom Aussterben bedroht). Seit den 1960er Jahren erfuhr die Art einen Populationsrückgang um bis zu 98%. Ausgehend von einer geschätzten ursprünglichen Population von 2.400-2.700 Tieren waren es im Jahr 2000 nur noch 53. Hauptursache hiefür war Wilderei zur Herstellung traditioneller Medizin. Weitere anthropogene Einflussfaktoren im Lebensraum mit erheblicher Auswirkung auf die Goldkopfanguren sind land- und forstwirtschaftliche Aktivitäten (Störung, Habitatzerschneidung, begleitende Jagdaktivität), Shrimpsfarming, Straßenbau und Urbanisierung und massiver Ausbau des Tourismus auf Cat Ba.

Projektinformationen

Zielart:
Goldkopflangur
(Trachypithecus poliocephalus)

Projektort: Vietnam

Projekbeginn: 2001


 

 

 Durchführende Organisationen vor Ort 

 

Leipzig    

Ziel

Ziele des Cat Ba Langur Conservation Project sind:

- Schutz der verbliebenen Goldkopflanguren (kontrollierte Überwachung des gesamten Tierbestandes, spezielle Schutzmaßnahmen für vereinzelte Gruppen in direkter Nachbarschaft zu menschlichen Siedlungen)

- Erhöhung seiner Reproduktionschancen durch Umsiedlung isolierter Gruppen

- Erhalt der gefährdeten Waldbedeckung der Karsthügel und Mangrovenaufforstung als Beitrag zur Einkommensgenerierung und zum Erhalt von Lebensraum für die Goldkopflanguren und die Artenvielfalt insgesamt

- Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter des behördlichen Forstschutzes.

Maßnahmen

Im Innern des Cat Ba Nationalpark wurde ein strikt geschütztes Gebiet, das „Langur Sanctuary“ errichtet. In ihm lebt die Kernpopulation der Languren, die größte reproduzierende Sub-Population, der die bedeutendste Rolle bei den Bemühungen um den Erhalt der Art zukommt.

In Zusammenarbeit mit der Forstbehörde wurden Waldschutz-Teams aufgebaut – eine Maßnahme, die sowohl dem Waldschutz als auch generell dem Naturschutz auf ganz Cat Ba dienen soll.

Das Projekt war maßgeblich an der Neuschreibung der Parkgrenze sowie der Entwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats beteiligt. 2006 konnte eine Erweiterung der Nationalparkgrenzen bewirkt werden, so dass sich heute alle Langurengruppen und wichtige verbliebene Mangrovenreste innerhalb des Schutzgebietes befinden

Ein erheblicher Teil der Aktivitäten des Projektes richtet sich auf die direkte Unterstützung des Nationalparks. Hilfeleistungen umfassen unter anderem das Bereitstellen von technischer Ausrüstung für Ranger, die Beratung bzgl. Park- und Personalmanagement und Aus- und Weiterbildung von Projektmitarbeitern.

Angesichts des kritischen Status des Goldkopflanguren richtet das Projekt zusätzlich gezielte Bildungs- und Aufklärungsprogramme für diverse Entscheidungsträger.

Projektförderer

Das Cat Ba Langur Conservation Project (CBLCP) wurde im Jahr 2000 vom Allwetterzoo Münster und der Zoologischen Gesellschaft für Arten und Populationsschutz e.V. (ZGAP) initiiert. Seither wurde das Projekt regelmäßig von der Stiftung Artenschutz gefördert. Seit 2019 wird das Projekt vom Zoo Leipzig getragen.

Das Projekt wurde unterstützt durch Apenheul Primate Conservation Trust, Gemeinschaft Deutscher Zooförderer (GDZ), AWP.