Amphibien-Fonds 2018

Geförderte Projekte:

Auf der Suche nach einem verschollenen Beutelfrosch

Das ungewöhnliche Brutverhalten des Goliathfrosches

Heimische Lurche im Fokus der Bewusstseinsbildung

Bioakustik und Artenschutz

Gefährdete Amphibien im Äthiopischen Hochland

Der Skutari-Wasserfrosch – Schutz einer wenig beachteten europäischen Froschart

Schutzmaßnahmen für den  Gestreiften Blattsteiger in Costa Rica

 

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Die Projekte des Amphibien-Fonds im Jahr 2018

 

 

Auf der Suche nach einem verschollenen Beutelfrosch

Bei diesem Projekt machen sich argentinischen Forscher auf der Suche nach dem seit 22 Jahren verschollenen Calilegua-Beutelfrosch (Gastrotheca christiani). Diese Froschart wurde zuletzt in 1996 gesichtet und ist seit Kurzem in der Top Ten Liste der am meisten gesuchten Amphibien der Initiative „Lost Species“  gelistet.
Das Projekt findet im Argentinischen Calilegua-Nationalpark statt. An vier Standorten werden automatische Aufnahmegeräte angebracht, womit das Gebiet innerhalb eines Jahres dauerhaft überwacht wird. Die Soundaufnahmen werden im Anschluss mittels spezifischer Arterkennungssoftware analysiert. Gleichzeitig mit den Soundaufnahmen werden Umweltparameter aufgenommen (Lufttemperatur und- feuchtigkeit) um den Einfluss der abiotischen Faktoren auf der Rufaktivität zu bestimmen.
Neben des verschollenen Gastrotheca christiani als Zielart richtet sich die Studie an den bedrohten endemischen  Rhinella gallardoi, Rhinella rumbolli und Telmatobius oxycephalus.

Projektleiter / Durchführene Organisation: Dr. Mauricio Sebastián Akmentins, Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas (CONICET)

 

Das ungewöhnliche Brutverhalten des Goliathfrosches

Die vorliegende Studie ist eine konsequente Fortsetzung der Zusammenarbeit zur Erforschung des riesigen Goliathfrosches (Conraua goliath) mit Projektleiter Dr. Mark-Oliver Rödel vom Berliner Naturkundemuseum. Während der Feldstudie zur Nahrungsökologie der Goliathfrosch-Kaulquappen in Kamerun, gefördert im Jahr 2017, wurde ein ungewöhnliches Brutverhalten beobachtet. Das zweite Teil der Studie soll nun weitere wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zur Reproduktionsbiologie vom Goliathfrosch liefern. Im Laufe eines Jahres werden die Umweltfaktoren und Lebensraumbedingungen untersucht, die einen Einfluss auf der Reproduktionserfolg und das Überleben der Art haben.  Darüber hinaus sollen Filmaufnahmen wichtige Informationen über das Paarungs- und Brutverhalten im Freiland liefern. Die gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Bedeutung für den Aufbau eines erfolgreichen ex-situ-Zuchtprogramms für den Goliathfrosch.

Projektleiter / Durchführende Organisation: Dr. Mark-Oliver Rödel, Frogs & Friends e.V.

 

Heimische Lurche im Fokus der Bewusstseinsbildung

Für den nachhaltigen Schutz der Amphibienfauna ist die Umwelt- und Bewusstseinsbildung von großer Bedeutung -  das Allgemeinwissen rund um die Amphibien, die Wertschätzung und Begeisterung für die Natur und das Heranwachsen einer Generation von Amphibienschützern tragen in großem Maße zum Lebensraum- und Artenschutz bei. Daher fördert das Amphibien-Schutzprogramm der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum ein Umweltbildungsprojekt des österreichischen Verein AURING und der önj (Österreichische Naturschutzjugend). Ziel  des Projektteams, bestehend aus  PädagogInnen, BiologInnen und ÖkologInnen, ist die Bewusstseinsbildung rund um das Thema heimische Amphibien. Ein Kinderheft zum Thema „Lurch des Jahres“  mit  altersgerechten Sachinformationen, kleine Rätsel und lustigen Zeichnungen soll junge Menschen und deren  Eltern/ LehrerInnen anregen, sich gemeinsam mit den Kindern mit den Amphibien auseinanderzusetzen. Darüber hinaus wird eine Schulaktion geplant,   bei der Kinder ein ganzes Amphibien-Jahr hautnah miterleben dürfen. Ein Workshop mit praktischen Elementen wie z.B. dem Bau von Ausstiegshilfen für in Fallen gestürzte Tiere und Unterstützung bei der fachlichen Fortbildung der Projektleiterin gehören ebenso zu den Zielen des Kooperationsprojektes.

Durchführende Organisationen: Ute Nüsken,  Verein AURING, Österreichische Naturschutzjugend önj

Bioakustik und Artenschutz

Die Bestände der in Chile und Argentinien heimischen Nasenfrösche (R. darwinii und  R. rufum) sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen, vor allem aufgrund massiver Lebensraumzerstörung und der sich ausbreitenden Chytridiomykose. Rund 60 % der natürlichen Wälder Zentralchiles, in denen sich beide Arten in ihrer Verbreitung überlappen, wurden durch Monokulturen exotischer Bäume ersetzt und stark fragmentiert.  Experten vermuten allerdings, dass  in einigen verbliebenen natürlichen Waldfragmenten in der Küstenregion Chiles unentdeckte Nasenfroschpopulationen  leben könnten.
José Manuel Serrano und sein Team von der Universidad de Chile werden daher die Wälder Chiles nach neuen Nasenfroschpopulationen  durchsuchen.  Das Projektteam, bestehend aus Herpetologen und lokalen Einwohnern, wird für dieses  Ziel die klassische Transektmethode mit akustischem Biomonitoring kombinieren.  An zehn verschiedenen Orten werden Amphibienrufe mit automatischen Langzeitrecordern aufgezeichnet. Gleichzeitig werden über Lautsprecher Paarungsrufe männlicher und weiblicher Nasenfrösche abgespielt und im Anschluss die Umgebung (500m²) um die Lautsprecher durchsucht.  Dabei wird die Effektivität  von zwei verschiedenen Wiedergabemodi getestet: kontinuierlich überlappenden Rufen (High-Density-Chorus) und sich nicht überlappende Rufe (Low-Density-Chorus).
Diese Studie wird es ermöglichen, prioritäre Gebiete für den Schutz der Nasenfrösche in Chile zu identifizieren und unter Umständen zu deren Ausweisung als Schutzgebiete zu verhelfen. Darüber hinaus wird die Effektivität  des akustischen Biomonitorings und der Rufaussendung als Monitoring- und Populationsmanagementtool evaluiert.

Projektleiter / Durchführende Organisation:  José Manuel Serrano Serrano, Programa de Fisiología y Biofísica, Facultad de Medicina, Universidad de Chile

 

Gefährdete Amphibien im Äthiopischen Hochland

Äthiopische Wälder und ihre einzigartige Artenvielfalt erfahren einen immer höheren Druck. Noch vor einem Jahrhundert waren etwa 40% der äthiopischen Landfläche von Wäldern bedeckt; davon sind heute nur 2,7% verblieben. Obwohl einzigartig und reich an endemischen Arten, sind die Wälder Äthiopiens  bis vor Kurzem weitgehend unerforscht geblieben.
Dieses Projekt, gefördert vom Amphibien-Schutzprogramm der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum, findet im Gura Ferda Forest, einem bisher unerforschtem Waldgebiet an der Grenze zu Sudan, statt. Bei der einzigen Studie über dieses Gebiet handelt es sich um eine Erfassung der Pflanzenvielfalt aus dem Jahr 2005. Das vorliegende Projekt ist daher die erste Untersuchung der Amphibienfauna des Gura Ferda Forest. Der Fokus liegt vor allem auf den gefährdeten Gattungen Leptopelis und Afrixalus. Aktuelle Verbreitungskarten für diese Gattungen schließen den Gura Ferda nicht mit ein, obwohl im Gebiet die typischen Lebensraumbedingungen vorhanden sind. Die Studie ist zudem eine wichtige Grundlage, um in Folge diesen Waldgebiet als Key Biodiversity Area (KBA) auszuweisen.  

Projektleiter / Durchführende Organisation: Dr. Matthias De Beenhouwer, BINCO

 

Der Skutari-Wasserfrosch – Schutz einer wenig beachteten europäischen Froschart

Der gefährdete Skutari-Wasserfrosch (Pelophylax shqipericus) ist dem Kleinen Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) sehr ähnlich, dennoch ermöglichen  genetische Untersuchungen eine klare Abgrenzung  beider Arten.  Aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes (weniger als 5.000km), ihres stark fragmentierten Habitats und der zunehmenden Verschlechterung und Rückgang des natürlichen Lebensraums, ist die Art in der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“ eingestuft. Informationen über den Populationsstatus des Wasserfrosches fehlen allerdings bisher.  
Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, Populationen des Skutari-Wasserfrosches in zwei größtenteils geschützten albanischen Gebieten mittels DNA-Analysen zu identifizieren und damit grundlegende Informationen über die geografische Verteilung der Art zu sammeln. Zu den geplanten Projektaktivitäten gehören zudem  die Erstellung einer bilingualen Webseite (Albanisch/Englisch), Workshops mit Experten und Behördenvertretern, eine TV-Reportage, die Erstellung einer Verbreitungskarte und Vorarbeiten zur Erstellung eines Recovery-Plans für den Skutari-Wasserfrosch.

Projektleiter / Durchführende Organisation: Kastriot Korro, Royal Albania Foundation

 

Schutzmaßnahmen für den  Gestreiften Blattsteiger in Costa Rica

Der Gestreifte Blattsteiger (Phyllobates vittatus), vorkommend ausschließlich auf der Osa-Halbinsel in Costa Rica, wird in der Roten Liste der IUCN (2013) als „gefährdet“ eingestuft. Sein Populationsstatus könnte sich seitdem verschlechter haben, da für die Art keine aktiven Schutzmaßnahmen ergriffen wurden und die Art in einigen Gebieten seit 2002 nicht mehr nachgewiesen wurde. Zudem machen die Fragmentierung ihres Lebensraums, die zunehmende Wasserverschmutzung und der Heimtierhandel  ein wirkungsvolles Management der bestehenden Populationen umso dringender.  
Dieses Projekt verfolgt drei wichtige Ziele: zum einen soll der aktuelle Kenntnisstand über Ökologie, Verbreitung und Verhalten des Blattsteigers verbessert werden. Zum anderen sollen wichtige Gebiete zum Schutz und Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume, sowie zu einer möglichen Umsiedlung identifiziert werden. Darüber hinaus soll sich die lokale Bevölkerung (Studenten, Touristenführer) mittels eines Monitoringprogramms langfristig für die Art engagieren und ein Netzwerk lokaler Kapazitäten aufgebaut werden.

Projektleiter / Durchführende Organisation: Marina Garrido Priego, Osa Conservation