Kampagne „Tatort Tier“: Gemeinsam gegen den illegalen Wildtierhandel

 

Bereits im Jahr 2008/09 koordinierte die Stiftung Artenschutz die Amphibien-Kampagne des Europäischen Zooverbandes EAZA in Deutschland. Sie übersetzte die Kampagnenmaterialien ins Deutsche, produzierte für zahlreiche Teilnehmer Flyer und Poster und lieferte den beteiligten Zoos durch umfangreiche Rundbriefe neueste Informationen zur Amphibienkampagne.

Im Rahmen der EAZA-Südostasien-Kampagne 2012/2013 entwickelte die Stiftung Artenschutz erneut ein Kampagnen-Konzept, mit dem Zoologische Gärten und Tierparks auf das wichtige Thema ‚illegaler Wildtierhandel’ aufmerksam machen können.

Neben dem Drogen- und Menschenhandel hat sich der illegale Wildtierhandel in unserer globalisierten Welt längst zu einem Bereich der professionellen Kriminalität entwickelt. Hierbei agieren oftmals dieselben hoch organisierten Netzwerke. Europol schätzt den Wert illegal gehandelter Tiere derzeit auf 18-26 Milliarden Euro jährlich. Dabei werden bis zu 120 Millionen Tiere weltweit gehandelt. Der illegale Handel ist für viele gefährdete Arten zur größten Bedrohung geworden.

Indochina kommt im Rahmen des illegalen Handels eine Schlüsselposition zu. Es beinhaltet auf nur knapp 3 % der globalen Landfläche fast 20 % der weltweiten Biodiversität und wurde somit zu einem Hotspot für den illegalen Handel. Zudem hat sich Indochina zu einem Umschlagplatz für die größten asiatischen Märkte wie China und Japan entwickelt. Neben den USA und China gehört Europa zu den größten Abnehmern für illegal gehandelte Tiere und Tierprodukte. Die Nachfrage nach Luxusgütern, exotischen Haustieren, Fleisch, Souvenirs und traditioneller asiatischer Medizin wächst dabei stetig – und dennoch ist die Problematik kaum in das öffentliche Bewusstsein vorgedrungen.  

Das Kernstück der Ausstellung „Tatort Tier“ stellen fünf Tafeln dar, die verschiedene Aspekte des Themas „illegaler Wildtierhandel“ aufgreifen. Als Leitfaden durch die Ausstellung dient ein Flyer. Dieser bietet Basisinformationen, weist auf Kooperationspartner und Sponsoren hin, enthält eine heraustrennbare Teilnahmekarte für ein Quiz und dient als Infomaterial, das jeder Besucher nach Hause mitnehmen kann. Um die Aufmerksamkeit der Besucher zu erhöhen, wird das Thema „Tatort Tier“ auch grafisch aufgegriffen – die Info-Tafeln werden optisch zum Tatort umgestaltet.

Sowohl die Konzeptentwicklung und Umsetzung als auch die Akquise der Fördergelder wurde komplett durch die Stiftung Artenschutz übernommen. Den teilnehmenden Zoologischen Gärten und Tierparks wurde somit ein fertiges Konzept geliefert, das schnell, professionell und kostengünstig umgesetzt werden konnte. Dabei wurde das Ausstellungskonzept so ausgerichtet, dass es sich in die verschiedensten Zookonzepte flexibel integrieren lässt und dennoch als Gesamtkonzept wirkt.