San Guillermo

Projektleiter: Emiliano Donadio, Program in Ecology and Department of Zoology and Physiology
University of Wyoming

Projektstatus Dieses Projekt läuft und kann finanziert werden.

Titelfoto: © Marco Escudero

Die Räuber-Beute-Beziehungen im San Guillermo Nationalpark (Argentinien)

Einst in den semi-ariden Landschaften Südamerikas weit verbreitet, sind wilde Guanakos (Lama guanicoe) und Vikunjas (Vicugna vicugna) heute nur noch selten zu sehen. Ihre Populationen sind dramatisch zurückgegangen, die heutigen Freilandbestände betragen weniger als 10 % ihrer ursprünglichen Größe. Der drastische Rückgang hat dazu geführt, dass die natürliche Räuber-Beute-Beziehung zwischen den Neuweltkameliden und ihrem einzigen natürlichen Raubfeind, dem Puma, vielerorts verlorengegangen ist.

Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass das Zusammenspiel zwischen Räuber und Beute sowohl eine kritische Rolle für die Populationen als auch für den Erhalt der biologischen Vielfalt in ihrem gemeinsamen Lebensraum spielt. Die Folgen des katastrophalen Populationsrückgangs der letzten großen Pflanzenfresser Südamerikas sind jedoch bis heute weitgehend unerforscht geblieben.

Um die Räuber-Beute-Beziehungen zwischen den südamerikanischen Kameliden und den Pumas sowie ihre Bedeutung für die heimischen Lebensräume zu ermitteln, wurde ein Forschungsprojekt im Nationalpark San Guillermo – einem 150.000 ha großen Schutzgebiet in Argentinien – gestartet. Das seit 1998 ausgewiesene Schutzgebiet beherbergt auch heute viele Pflanzen- und Tiergemeinschaften, die sich in einem nahezu unberührten natürlichen Zustand befinden – so, wie sie ansonsten fast an keinem anderen Ort im Süden Südamerikas vorzufinden sind.

Das von der Stiftung Artenschutz unterstützte Projekt hat sich mehrere Ziele gesetzt. Zum einen soll die Studie einen Einblick in die von Menschen unberührten semi-ariden Ökosysteme Südamerikas bieten. Dabei soll die Notwendigkeit verdeutlicht werden, diesen einzigartigen Lebensraum in seinem ursprünglichen Zustand zu erhalten und den Bergbau in der Region zu verhindern. Zum anderen soll die Erforschung der Räuber-Beute-Beziehungen in dem Schutzgebiet wichtige Erkenntnisse für künftige Wiederansiedlungsprojekte für Kameliden und/oder Pumas bringen. Darüber hinaus wird die Studie eine wichtige Grundlage für die Erstellung eines Management-Plans des San-Guillermo-Nationalparks liefern.

Das Projekt wird durch National Geographic (USA) und viele andere Naturschutzorganisationen und wissenschaftliche Einrichtungen unterstützt.