Quetzal

Region: Guatemala

Projektpartner: Vogelpark Heiligenkirchen, Proeval Raxmu

Projektstatus Wir freuen uns auf Ihre Spenden.

Titelfoto:© Fabio Bretto

Der Vogel der Götter

Man könnte meinen, ein grüner Blitz käme vom Himmel. Aber bald wird deutlich: Ein männlicher Quetzal steigt während der Brutzeit mit einem quakenden Ruf im welligen Flug nach oben, um dann im Sturzflug wieder in den Baumkronen zu verschwinden.

Mit seinen langen, bis zu 80 cm langen Schwanzfedern gilt der Quetzal (Pharomachrus mocinno) als die wohl spektakulärste und die kulturell wichtigste Vogelart Mittelamerikas. Der schüchterne Waldbewohner wurde früher von den Azteken und Mayas als heiliger Vogel verehrt. Seine prachtvollen schillernden Schwanzfedern dienten den Herrschern und göttlichen Königspriestern als Kopfschmuck. Heute ziert er das Wappen und die Flagge Guatemalas, und seinen Namen hat er der Landeswährung gegeben.

Der Quetzal bewohnt die dichten Bergnebelwälder Mittelamerikas, wo er in der üppigen Vegetation trotz seines metallglänzenden Gefieders sehr schwer zu finden ist. Dort spielt er eine wichtige Rolle für die Verbreitung der wilden Avocadobäume, deren stachelbeergroße Früchte den Hauptteil seiner Nahrung ausmachen. Als einziger Vogel ist der Quetzal in der Lage, die Früchte ganz zu fressen und deren Samen dann unverdaut wieder auszuscheiden.

Obwohl der faszinierende Vogel eine wichtige touristische Attraktion ist und eine Schlüsselfunktion für das Wald-Ökosystem hat, gerät das "Kultur- und Wirtschaftsgut" Quetzal zunehmend in Gefahr. Neben der Bejagung (seine grünen Federn sind sehr begehrt) bedroht der Rückgang der Wälder das Überleben der Art. Durch die Abholzung der tiefer gelegenen Waldgebiete und die Ausdehnung der Agrarflächen werden die Überwinterungsgebiete des Quetzals weitgehend vernichtet und sein natürlicherweise begrenzter Lebensraum zusätzlich fragmentiert.

Förderung und Ziele

Die Stiftung Artenschutz fördert daher ein Projekt der guatemaltekischen Naturschutzorganisation PROEVAL RAXMU. In Kooperation mit UPROBON werden im Chelemhá Private Nature Reserve in Guatemala Bergnebelwaldflächen angekauft.

Da die erworbenen Flächen unmittelbar zwischen drei schon bestehenden Schutzgebietsflächen liegen, wird weitere Lebensraum-Fragmentierung vermieden. Der Ankauf dieser Gebiete ist somit von außerordentlicher Bedeutung für den längerfristigen Erhalt der Nebelwälder und der Quetzalpopulation in der Region.

Um den Quetzal effektiv(er) schützen zu können, ist es darüber hinaus notwendig, mehr über seine Verbreitung, seine Brutsaison und Migrationszeit zu erfahren. Daher besteht ein weiteres Projektziel darin, die Vogelpopulationen kontinuierlich zu beobachten. Für diesen Zweck werden ortsansässige Maya für die Vogelbestimmung und Kartierung ausgebildet. Das trägt nicht nur dazu bei, das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu entwickeln und zu stärken. Da die lokalen Gemeinden touristische Programme entwickelt haben und die ausgebildeten Vogelkartierer dank ihrer Bestimmungskenntnisse sehr begehrte Touristenführer sind, bietet das Vogel-Monitoring-Programm auch die Möglichkeit eines alternativen Einkommens für die Menschen vor Ort. 

 

Kooperationspartner

Die Stiftung Artenschutz fördert die Naturschutzmaßnahmen in Guatemala gemeinsam mit dem Vogelpark Heiligenkirchen.