Bawean-Pustelschwein

Region: Indonesien

Projektpartner: BEKI - Bawean Endemics Conservation Initiative

Projektstatus Dieses Projekt läuft und kann finanziert werden.

Titelfoto (v.l.n.r.): Johanna Rode-Margono / BEKI / BEKI

Das seltenste Schwein der Welt

Das Bawean-Pustelschwein (Sus verrucosus blouchi) kommt endemisch auf Bawean vor, einer 190 km² großen Insel zwischen Java und Borneo. In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird die Art als Unterart des Java-Pustelschweins aufgelistet. Einige Experten betrachten sie jedoch als eine eigenständige Art. Trotz eines existierenden Erhaltungszuchtprogramms für das Java-Pustelschwein ist bisher nur wenig über die auf Bawean lebende Unterart bekannt. Nur so viel ist klar: Zusammen mit dem Visayas-Mähnenschwein und dem Zwergwildschwein gehört es zu den seltensten Schweinearten der Welt.

Zu den Hauptgefährdungsursachen für das Bawean-Pustelschwein gehört insbesondere die Lebensraumzerstörung, vor allem die weitreichende Abholzung. Eine weitere Gefährdungsursache ist der Konflikt zwischen Mensch und Wildtier. Denn auf der Suche nach Nahrung verlassen die Schweine die Wälder und durchstreifen die benachbarten Äcker – sehr zum Missfallen der Bauern, die auf die Tiere schießen, um ihre Ernte zu verteidigen.

Die wenigen Erkenntnisse über das Bawean-Pustelschwein beruhten bisher ausschließlich auf einer geringen Anzahl an Museumsexemplaren, Tieren in menschlicher Obhut und auf Gesprächen mit Jägern und der lokalen Bevölkerung. Die Stiftung Artenschutz unterstützte 2015 daher ein Projekt zur Erforschung der Population des Pustelschweins. Die Studie dient dazu, den aktuellen Kenntnisstand bezüglich der Biologie und Ökologie der Art zu verbessern, um damit eine Basis für sinnvolle und langfristige Schutzmaßnahmen zu schaffen. Da die Art keinen gesetzlichen Schutzstatus hat, hängt ihr Erhalt somit ganz stark von der Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung ab. Daher sind Aufklärungskampagnen in den Dörfern innerhalb des Verbreitungsgebietes der Art ein wichtiger Teil des Schutzprojektes.