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Quetzal - der Vogel der Götter

Nebelregenwald von Chelemhá 

Man könnte meinen, ein grüner Blitz kommt vom Himmel. Aber bald wird deutlich: Ein männlicher Quetzal steigt während der Brutzeit mit einem quakenden Ruf im welligen Flug nach oben, um dann im Sturzflug wieder in den Baumkronen zu verschwinden.

Mit seinen langen, bis zu 80 cm langen Schwanzfedern, gilt der Quetzal (Pharomachrus mocinno) als die wohl spektakulärste und die kulturell wichtigste Vogelart Mittelamerikas. Der schüchterne Waldbewohner wurde früher von den Azteken und Mayas als heiliger Vogel verehrt. Seine prachtvollen schillernden Schwanzfedern dienten den Herrschern und göttlichen Königspriester als Kopfschmuck. Heute ziert er das Wappen und die Flagge Guatemalas, und seinen Namen hat er der Landeswährung gegeben.
Der Quetzal bewohnt die dichten Bergnebelwälder Mittelamerikas, wo er in der üppigen Vegetation trotz seines metallglänzenden Gefieders sehr schwer zu finden ist. Dort spielt er eine wichtige Rolle für die Verbreitung der wilden Avocadobäume, deren stachelbeergroße Früchte der Hauptteil seiner Nahrung ausmacht. Als einziger Vogel ist der Quetzal in der Lage, die Früchte ganz zu fressen und deren Samen dann unverdaut wieder auszuscheiden.

Quetzal

 

Obwohl der faszinierende Vogel eine wichtige touristische Attraktion ist und eine Schlüsselfunktion für das Wald-Ökosystem hat, gerät das "Kultur- und Wirtschaftsgut" Quetzal zunehmend in Gefahr. Neben der Bejagung (seine grünen Federn sind sehr begehrt) bedroht der Rückgang der Wälder das Überleben der Art. Durch die Abholzung der tiefer gelegenen Waldgebiete und die Ausdehnung der Agrarflächen werden die Überwinterungsgebiete der Quetzal weitgehend vernichtet und sein natürlicherweise begrenzten Lebensraum zusätzlich fragmentiert.

Die Stiftung Artenschutz fördert daher ein Projekt der guatemaltekischen Naturschutzorganisation PROEVAL RAXMU. In Kooperation mit UPROBON werden in dem Chelemhá Private Nature Reserve in Guatemala Bergnebelwaldflächen angekauft.

Da die erworbenen Flächen unmittelbar zwischen drei schon bestehenden Schutzgebietsflächen liegen, wird weitere Lebensraum-Fragmentierung vermieden. Der Ankauf dieser Gebiete ist somit von außerordentlicher Bedeutung für den längerfristigen Erhalt der Nebelwälder und der Quetzalpopulation in der Region.

Um den Quetzal effektiv(er) schützen zu können, ist es darüber hinaus notwendig, mehr über seine Verbreitung, seine Brutsaison und Migrationszeit zu erfahren. Daher besteht ein weiteres Projektziel darin, die Vogelpopulationen kontinuierlich zu beobachten. Für diesen Zweck werden ortsansässige Maya für die Vogelbestimmung und Kartierung ausgebildet. Das trägt nicht nur dazu bei, das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu entwickeln und zu stärken. Da die lokalen Gemeinden touristische Programme entwickelt haben und die ausgebildeten Vogelkartierer dank ihrer Bestimmungskenntnisse sehr begehrte Touristenführer sind, bietet das Vogel-Monitoringprogramm die Möglichkeit eines alternativen Einkommens für die Menschen vor Ort.

Die Stiftung Artenschutz fördert die Naturschutzmaßnahmen in Guatemala gemeinsam mit dem Vogelpark Heiligenkirchen. Wir danken der Zoologischen Gesellschaft Arche Noah e.V. für ihre großzügige Spende. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, erfahren Sie hier wie Sie es mit einer Spende tun können.

Einheimische Vogelkartierer suchen den Quetzal