Amphibienschutz am Angelgewässer - Mach mit!

Angler helfen Amphibien

Erdkröte

Im von den Vereinten Nationen ausgerufenen Jahr der Biologischen Vielfalt unterstützt die Stiftung Artenschutz das Projekt "Amphibienschutz am Angelgewässer". Nachdem bereits 2008 im "Year of the Frog" die Initiative "Sei kein Frosch - Hilf uns!" zum Schutz von Amphibien aufgerufen hat, setzt das aktuelle Projekt darauf, eine neue Zielgruppe für den Amphibienschutz vor der eigenen Haustür zu gewinnen: die Angler.

Die meisten Gewässer in Nordrhein-Westfalen befinden sich in Pacht oder Besitz von Angelvereinen und Naturschutz wird in vielen Vereinen groß geschrieben. Das Projekt "Amphibienschutz am Angelgewässer" sieht genau hierin eine Chance für den Schutz von Kröte, Frosch und Co.

 Knoblauchkröte Und Unterstützung haben diese Tiere bitter nötig: Von den etwa 6800 weltweit bekannten Amphibienarten sind ein Drittel vom Aussterben bedroht, womit Amphibien zu der am stärksten gefährdeten Tierklasse zählen. Auch in Deutschland sind von den 21 hier heimischen Arten die meisten bedroht. Selbst noch nicht gefährdete Arten treten in sehr viel geringerer Bestandsdichte auf als noch vor 25 Jahren. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Der Lebensraumverlust ist als Hauptfaktor zu nennen. Kleingewässer, die ehemals überall zu finden waren, verschwanden durch Flurbereinigungen. Straßengräben wurden nach und nach verrohrt. Auch die Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen bedrohen ganze Populationen. Die moderne Landwirtschaft mit ihren Gefahrstoffen wie Gülle, Mineraldünger und Bioziden gibt den Amphibienbeständen dann oft den Rest. Es ist also höchste Zeit zu handeln!

Foto: Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) wird auf der Roten Liste Deutschlands als "stark gefährdet" eingestuft.

 

Hauptaugenmerk des Projekts liegt in der Strukturverbesserung von Angelgewässern.

Fast alle stehenden Gewässer Nordrhein-Westfalens sind nicht natürlichen Ursprungs. Entweder entstanden sie durch den Stau eines Fließgewässers oder durch Abgrabungstätigkeiten von Sand und Kies. Gerade bei den Baggerseen ist der ökologisch wichtige amphibische Uferbereich oft sehr schmal, manchmal gar nicht vorhanden. Besonders in diesem wechselfeuchten Verbindungslebensraum pulsiert jedoch das Leben, auch für Jungfische.

Foto: Hier ein Beispiel für Strukturvielfalt im Uferbereich eines Gewässers durch Totholz und dichte, weite Ufervegetation.

Strukturvielfalt im Uferbereich

 

Unterstützt durch den Landesfischereiverband Westfalen und Lippe bietet das Projekt "Amphibienschutz am Angelgewässer" Angelvereinen in Westfalen-Lippe Fortbildungsseminare an und berät bei Planung und Umsetzung von Amphibienschutzmaßnahmen. Denn bereits kleine Maßnahmen am Angelgewässer können große Wirkung erzielen. Mal wird ein neues Laichgewässer benötigt, ein anderes Mal wird von Anglern ein krautreicher Flachwasserbereich am Angelteich geschaffen. Amphibienschutz bedeutet Lebensraumschutz, von dem auch viele andere Organismengruppen profitieren.

Gemeinsam mit den Anglern für den Amphibienschutz
		am Angelgewässer.

Weitergehende Informationen finden Sie auf der Projekt-Webseite www.fisch-und-frosch.de.

Ermöglicht wird das Projekt durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und den Projektpartner Stiftung Artenschutz.

Durchgeführt wird das Projekt von der

Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA) e. V.
August Bebel Str. 16-18
33602 Bielefeld
Tel: 0521 - 65943
Mail: frosch@araonline.de
Web: www.fisch-und-frosch.de
Projektleiter: Jürgen Birtsch